Roboter-Förderung 2025/2026: So sichern sich KMUs bis zu 50.000 € Zuschuss
Investitionszuschüsse, Forschungszulage & Co.: So finanzieren KMUs in Deutschland, Österreich und der Schweiz humanoide Roboter. Der aktuelle Guide.
Die Technologie ist bereit: Humanoide Roboter wie der Unitree G1, Figure 02 oder Neura Robotics 4NE-1 verlassen die Labore und betreten die Werkshallen. Doch für viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bleibt die Anfangsinvestition – oft zwischen 15.000 € und 100.000 € pro Einheit zzgl. Integration – eine Hürde.
Die gute Nachricht: Der Staat zahlt mit.
Doch die Zeiten von einfachen „Gießkannen-Zuschüssen“ wie Digital Jetzt sind vorbei. Für 2025 und das kommende Jahr 2026 hat sich die Förderlandschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz radikal gewandelt. Wer heute Geld vom Staat will, muss seine Investition strategisch klug verpacken: als Innovation, als Klimaschutzmaßnahme oder als Forschungsprojekt.
Dieser Guide zeigt Ihnen, welche Töpfe aktuell gefüllt sind und wie Sie Ihren humanoiden Roboter clever finanzieren.
Deutschland: Der "Investitions-Booster" für den Mittelstand
In Deutschland vollzieht sich ein Paradigmenwechsel. Weg von der direkten Subventionierung einfacher Hardware, hin zur steuerlichen Belohnung von Mut und Innovation.
1. Der "Hidden Champion": Die steuerliche Forschungszulage
Viele KMUs ignorieren dieses Instrument, weil sie denken: „Wir forschen doch nicht.“ Das ist ein teurer Irrtum. Wenn Sie einen humanoiden Roboter nicht einfach nur hinstellen, sondern ihn in einen neuartigen Prozess integrieren (z.B. KI-gestützte Qualitätskontrolle, die es so in Ihrer Branche noch nicht gibt), gilt dies oft als „experimentelle Entwicklung“.
- Der Deal: Sie erhalten 35 % der Personalkosten Ihres internen Projektteams oder 70 % der Kosten für externe Auftragsforscher (Integratoren) als Steuergutschrift zurück.
- Neu ab 2025: Durch das Wachstumschancengesetz können nun auch die Anschaffungskosten für die Maschine selbst (Abnutzung) in die Bemessungsgrundlage einbezogen werden, sofern sie für das Entwicklungsprojekt notwendig sind.
- Vorteil: Rechtsanspruch (kein „Windhundverfahren“) und rückwirkend beantragbar.
2. KfW ERP-Digitalisierung & Innovation (Programme 511-514)
Die KfW hat ihre Programme neu sortiert. Für Humanoide Robotik ist besonders die Stufe „HighEnd“ interessant.
Was wird gefördert? Vorhaben mit hohem Innovationsgrad, insbesondere unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz (das Kernstück jedes humanoiden Roboters).
Der Bonus: Neben zinsgünstigen Krediten (bis 25 Mio. €) gibt es einen Tilgungszuschuss von bis zu 5 % (max. 200.000 €). Das ist Geld, das Sie nicht zurückzahlen müssen.
3. Bayern geht voran: Digitalbonus bis 2027
Während viele Bundesländer ihre Töpfe schließen, hat Bayern den Digitalbonus bis Ende 2027 verlängert.
Digitalbonus Plus: Für Maßnahmen mit „besonderem Innovationsgehalt“ – und dazu zählt der Einsatz humanoider Robotik zweifellos – gibt es bis zu 50.000 € Zuschuss (bei bis zu 50 % Förderquote für kleine Unternehmen).
Tipp: Die Anträge werden monatlich freigeschaltet und sind schnell vergriffen. Hier gilt: Schnell sein und den Antrag vor der Unterschrift beim Roboter-Händler stellen!
Österreich: Die "Twin Transition" (Digital & Grün)
Österreich verknüpft Digitalisierung strikt mit Nachhaltigkeit. Wer nachweisen kann, dass der Roboter Energie spart oder Ausschuss reduziert, hat die besten Karten.
1. KMU.DIGITAL & GREEN (bis 2026)
Das Erfolgsprogramm wurde mit frischen 35 Millionen Euro Budget bis 2026 verlängert.
- Die Strategie: Nutzen Sie erst die geförderte Strategieberatung (50 % Zuschuss), um den Einsatz des Roboters zu planen.
- Die Umsetzung: Für die Anschaffung und Implementierung gibt es anschließend bis zu 6.000 € Zuschuss (30 % Quote).
- Der Hebel: Wenn der Roboter als „Green Tech“ klassifiziert werden kann (z.B. durch Ressourceneffizienz), werden Sie im Fördertopf priorisiert.
2. Die Forschungsprämie (14 %)
Ähnlich wie in Deutschland, aber oft unbürokratischer: Österreich erstattet 14 % der F&E-Ausgaben direkt bar aufs Konto.
Neu 2025: Der fiktive Unternehmerlohn wurde erhöht (auf 50 €/Stunde). Wenn Sie als Chef also selbst Nächte damit verbringen, den Roboter zu trainieren, zahlt der Staat dafür eine Prämie.
3. aws erp-Kredit
Für die großen Investitionen (Hardware-Flotten) bietet die austria wirtschaftsservice (aws) Fixzinskredite mit langen Laufzeiten und Haftungsübernahmen an. Dies schont die Liquidität massiv, gerade wenn der ROI des Roboters erst nach 2-3 Jahren eintritt.
Schweiz: Risiko-Minimierung statt Geldgeschenke
Die Schweiz bleibt ihrer liberalen Linie treu: Wenig direkte Subventionen für Hardware ("Gratisgeld"), aber exzellente Unterstützung, um das Risiko von Innovationen zu senken.
1. Innosuisse Innovationsschecks
Sie wissen nicht, ob ein humanoider Roboter Ihren Prozess bewältigen kann?
Die Lösung: Beantragen Sie einen Innovationsscheck (im Wert von bis zu 15.000 CHF). Damit bezahlen Sie keine Hardware, sondern die Leistung eines Forschungspartners (z.B. ETH, FH), der für Sie eine Machbarkeitsstudie durchführt. Vorteil: Sie bekommen wissenschaftlich fundierte Ergebnisse, ohne eigenes Geld zu verbrennen ("Derisking").
2. Technologiefonds
Wenn Ihr Robotik-Projekt dazu beiträgt, CO2 zu reduzieren (z.B. durch Optimierung der Logistikwege oder Reduktion von Materialabfall), können Sie eine Bürgschaft des Technologiefonds erhalten. Der Bund bürgt für Ihr Darlehen bei der Bank (bis zu 3 Mio. CHF). Das senkt die Zinsen drastisch.
3. Regionale Highlights (Bsp. Aargau)
Programme wie „Robot Hub Transfer“ (High Tech Zentrum Aargau) unterstützen KMU spezifisch bei der Einführung von Robotik durch kostenlose Erstberatungen und Technologietransfer.
Fazit: Die 3 Goldenen Regeln für den Förder-Antrag 2026
Egal ob in München, Wien oder Zürich – wenn Sie diese Regeln beachten, steigt Ihre Erfolgschance drastisch:
- Nicht "Kauf", sondern "Projekt": Beantragen Sie keine Förderung für den "Kauf eines Roboters". Beantragen Sie Förderung für ein "Digitalisierungsprojekt zur Prozessinnovation mittels KI-Robotik". Das Wording entscheidet.
- Reihenfolge beachten: Bei fast allen Zuschüssen gilt: Erst Antrag, dann Auftrag! Wer den Roboter schon bestellt hat, geht leer aus.
- Integrator einbinden: Nutzen Sie Förderungen gezielt für die Dienstleistung der Systemintegratoren. Diese sind oft zu 50–80 % förderfähig.
Sie suchen den passenden Partner für Ihr gefördertes Projekt? In unserem Integratoren-Finder finden Sie zertifizierte Experten in Ihrer Region, die Erfahrung mit Förderanträgen haben.
Hinweis: Förderrichtlinien ändern sich schnell. Dieser Beitrag spiegelt den Stand der Recherche vom Dezember 2025 wider. Wir empfehlen vor jeder Antragstellung ein Gespräch mit einem Steuerberater oder Fördermittel-Lotsen.
Redaktion
Humanoid Scout Team