Ingenieur überprüft Roboterarm in Fabrik
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Recht 15. Nov 2025 6 Min

ISO 13482 einfach erklärt: Wann darf der Roboter aus dem Käfig?

Sicherheitsanforderungen für persönliche Assistenzroboter. Ein Leitfaden für Sicherheitsbeauftragte und Einkäufer im Mittelstand.

Der größte Vorteil humanoider Roboter ist ihre Mobilität. Doch genau das ist ihr größtes Sicherheitsrisiko. Wenn sich 80kg Stahl autonom durch Gänge bewegen, gelten strenge Regeln.

Die Norm für den "persönlichen Assistenten"

Industrieroboter fallen unter die ISO 10218. Humanoide Roboter, die sich Gänge mit Menschen teilen, fallen oft unter die ISO 13482. Diese Norm fordert:

1. Sicherheits-Stopp

Der Roboter muss jederzeit stoppen können. Sensoren (LiDAR, Kamera) müssen PL d (Performance Level d) erreichen – also redundant ausgelegt sein.

2. Kraftbegrenzung (PFL)

Bei einer Kollision darf die Kraft einen bestimmten Wert nicht überschreiten. Der Roboter muss "weich" sein.

Die Falle mit dem CE-Kennzeichen

Viele Import-Roboter aus Asien werben mit "CE". Doch oft bezieht sich das nur auf die elektrische Sicherheit (Niederspannungsrichtlinie), nicht auf die Maschinensicherheit.

Unser Rat: Fordern Sie vom Hersteller explizit die Konformitätserklärung nach Maschinenrichtlinie 2006/42/EG an. Wenn er diese nicht liefern kann, haften Sie als Betreiber (oder "Inverkehrbringer") persönlich, wenn ein Unfall passiert.

In unserer Marktübersicht können Sie gezielt nach ISO-zertifizierten Robotern filtern.

Redaktion

Humanoid Scout Team